Leider kommt es häufig vor, dass sich unsere Tiere verletzen oder krank werden.
Oft passiert es am Wochenende wenn nicht gleich ein Diensthabender Arzt zur Verfügung steht aber Eile geboten ist.
Deshalb ist es ratsam, wie für uns Menschen, einige Dinge für den Notfall zu Hause zu haben.
Notiert euch die Anschrift u. die Telefonnummern der vogelkundigen Tierärzte und legt diese in den Notfallkoffer um es gleich griffbereit zu haben. Denkt daran, dass die Vogelapotheke öfter erneuert und auch das Haltbarkeitsdatum überprüft werden sollte.


-Transportbox
-Kescher
-Krankenkäfig ( für Quarantäne)
-Wärmeflasche
-Pipette
-Verbandswatte
-Selbst haftende Binde"in der Apotheke, als Sportbinden erhältlich" ( auf die Proportionen zu schneiden )
-Schere ( abgerundet )
-Pinzette ( z.B. zur Entfernung blutender Federkiele)
-Kühlakku ( bei Verbrennung und Verstauchungen )
-Spritzen ( für die Flüssigkeitszufuhr in den Schnabel)
-Verschiedene Holzkeile zum Offenhalten des Schnabels
-Rotlichtlampe ( nicht bei Gehirnerschütterung verwenden )
-Holzspatel und anderes zur Verwendung als Schienenmaterial

-Betaisodona Salbe zur Reinigung und Desinfizierung kleiner Wunden, ( nicht auf offene Wunden.)
-Claudenwatte zur Blutstillung bei Verletzungen oder 3% Eisenchloridlösung, (Wattestäbchen)
-Traumeel Tropfen ( bei Schock oder Traumata vor und nach Operationen, Prellungen und Verstauchungen )
-Vitamin C zur Unterstützung des Immunsystems
-Calcium-Präparate, z.B. Calcium- Sandoz, Frubiase-Calcium
-Notfalltropfen ( z.B. bei Stressituationen, Schock nach Unfällen )
-Arnika D4 Globuli, ( z.B. bei kleineren Wunden und Schmerzen )
-BBB = Bird Bene Bac oder PT 12 ( zum Aufbau der Darmflora nach Antibiotikabehandlung.)
-Elektrolythlösung ( bei Futterverweigerung und Durchfall ) Schwarzer Tee 50% verdünnt
-Heilerde, Tierkohle ( Zur Absorbtion bei Durchfall und Vergiftungen )
-Korvimin / Vitakalk / Volamin ( zur Unterstützung der Mauser und Vitaminergänzung )

Tees:

-Schwarzer Tee: Regt den Kreislauf an
-Kamillentee: Wirkt entzündungshemmend
-Fenchel-/Anistee: Fördert die Verdauung
 


von Wolfram

Auch wenn wir den Gedanken an eine mögliche Krankheit am liebsten verdrängen würden, so
sind unsere Vögel Lebewesen, die leider auch mal krank werden können.
Im Gegensatz zu uns Zweibeinern können und wollen sich die Tiere diesbezüglich leider nicht
mitteilen. Ganz im Gegenteil: Still und heimlich versuchen sie, ihre Krankheit zu verbergen.
Die Vögel werden einen Teufel tun, um freiwillig auch nur die leisesten Anzeichen einer
Erkrankung zu zeigen.

Warum tun sie das?
Vögel sind Schwarmtiere, die in der freien Natur in einer großen Schar leben. Beutejäger
lauern nur darauf, ein krankes und somit schwaches, wehrloses Tier zu ergreifen. Ein
kranker Vogel ist eine leichte Beute. Sobald die Beutegreifer ein krankes Tier erkennen,
ist folglich auch der gesamte Schwarm in Gefahr. Nicht selten wird deshalb ein erkrankter
Vogel vom Schwarm ausgeschlossen. Das entspricht zwar nicht dem sonst so sozialen
Verhalten der Vögel, aber das Leben der Gruppe geht in diesem Fall über das Leben des
Einzelnen. Darum ist es für einen Vogel absolut lebenswichtig, sich eine Erkrankung
nicht anmerken zu lassen.
Wenn wir also ein erstes Krankheitsbild erkennen, dann kann die Erkrankung schon sehr weit
fortgeschritten sein.
Die Körpertemperatur eines gesunden Papageienvogels beträgt ca. 42 Grad Celsius. Um diese
zu halten, ist ein hoher Stoffwechsel im Vogelorganismus nötig, d. h. reichlich Energiezufuhr
durch Nahrungsaufnahme. Vögel besitzen nämlich so gut wie keine Fettreserven. Und dies
kann im Krankheitsfall fatale Folgen haben, da bei Nahrungsverweigerung keine Reserven
vorhanden sind.
Einem erfahrenen Vogelhalter wird in der Regel sofort auffallen, wenn sich eines seiner Tiere
nicht normal verhält. Aber auch wir Laien können durch aufmerksames Beobachten erkennen,
dass etwas nicht stimmt.

Die Alarmglocken sollten spätestens bei folgenden Symptomen laut und deutlich
schrillen und uns zum alsbaldigen Tierarztbesuch veranlassen:


Wenn der Vogel
- unter Atemnot leidet, d. h. schwer atmet und/oder mit geöffnetem Schnabel nach Luft schnappt
- deutlich hörbare Atemgeräusche von sich gibt
- beim Atmen mit dem Schwanz auf und ab wippt
- nicht aufrecht, sondern fast waagerecht aufgeplustert dasitzt und mit beiden Füßen gespreizt auf dem Boden/Ast hockt (normalerweise schlafen Vögel auf einem Bein)
- mit aufgeplustertem Gefieder extrem viel schläft
-nicht frisst oder nur im Fressnapf herumstochert, ohne dabei Nahrung aufzunehmen
- nicht trinkt oder aber extrem viel trinkt
- glanzlose, trübe Augen oder gar entzündete Augen erkennen lässt
- geschwollene Augenlider oder wässrigen/eiterigen Ausfluss am Auge oder
Nasenausfluss hat
- erbricht und/oder permanent würgt
- die Flügel kraftlos hängen lässt
- um die Kloake herum verklebten Kot am Gefieder aufweist
- an Gewicht verloren hat (durch Anpusten des Brustgefieders ist beim untergewichtigen
Vogel das herausstehende Brustbein zu erkennen, man kann
es auch gut ertasten)
- über einen längeren Zeitraum apathisch dasitzt
- mehrmals hintereinander Durchfall (wässrigen Kot) hat
- zittert
- ungewöhnlich starkes Schnabelhornwachstum und/oder Krallenwachstum aufweist
Wenn eines oder gar mehrere dieser Auffälligkeiten erkennbar sind, dann sollten wir nicht
zögern und umgehend einen vogelkundigen Tierarzt aufsuchen. Am besten schon mal jetzt
gleich die Telefonnummer notieren, damit sie im Ernstfall sofort zur Hand ist.
Auch könnte schon im Voraus abgeklärt werden, welcher Tierarzt notfalls auch einen
Hausbesuch vornehmen würde. Dies erwiese sich dann als sinnvoll, wenn im Ernstfall eine
längere Fahrt mit dem Auto oder gar mit öffentlichen Verkehrsmitteln für den Vogel zu viel
Stress bedeutete.
Eine genauere Beobachtung ist erforderlich, wenn der Vogel folgende Symptome zeigt, die für
sich genommen zwar noch nicht unbedingt gleich auf eine schwere Krankheit hinweisen
müssen, aber den Weg dahin markieren können:
- sich nachts unruhig in der Voliere bewegen
- deutlich schläfriger als sonst
- stumpfes und/oder struppiges Gefieder
- nicht mehr so aktiv wie gewohnt
Derartige Auffälligkeiten können mal vorübergehend auftreten. Dauert dieser Zustand jedoch
längere Zeit an - dann nichts wie hin zum Vogeldoktor!
Aber auch dann, wenn unsere Vögel putzmunter und kerngesund sind, sollten wir immer daran
denken, wie schnell ein Unfall passieren kann. Es ist eben so wie bei uns Menschen auch:
Einmal nicht aufgepasst, und schon ist es geschehen.


Unfälle und Sofortmaßnahmen

Viele Unfälle ereignen sich beim Freiflug. Und diese können unter Umständen sehr schlimm
ausgehen. Ob schwere Gehirnerschütterung, Flügel- oder Beinbruch, Schnabelbruch,
Vergiftung - alle diese Unfälle erfordern eine sofortige Behandlung durch einen vogelkundigen
Tierarzt.

Die im Folgenden beschrieben Erste-Hilfe-Maßnahmen, sofern überhaupt möglich, können nur
zur Überbrückung der Wartezeit dienen, bis der Tierarzt den Vogel behandeln kann.
Bei einer Gehirnerschütterung, meist verursacht durch Aufprall mit hoher Geschwindigkeit auf
eine Fensterscheibe oder Ähnliches, braucht der Vogel absolute Ruhe. Sichere Anzeichen
dafür sind eine Schieflage des Kopfes, Taumeln aufgrund von Orientierungslosigkeit,
Gleichgewichtstörungen, halb geschlossene Augen.
Daher Radio, Fernseher etc. ausschalten, das Zimmer abdunkeln und das Tier an seinen
Lieblingsplatz setzen, vorausgesetzt, dieser Platz befindet sich nicht allzu hoch vom Boden
entfernt. Denn je nach Schwere der Gehirnerschütterung kann der Vogel das Gleichgewicht
nicht halten und fällt vom Ast.
Noch sicherer wäre es, den Vogel in einen Karton zu setzen, der mit einem Tuch gepolstert ist.

Auf die sonst so hilfreiche Wärmezufuhr durch Rotlichtbestrahlung muss bei einer
Gehirnerschütterung unbedingt verzichtet werden.


Denn diese Maßnahme erhöht den Blutdruck, der durch den Stress ohnehin schon stark angestiegen ist. Bei weiterem Ansteigen des Druckes in den Arterien können Hirnblutungen durch Aufplatzen der Blutgefäße die Folge sein. Dann den Tierarzt anrufen und nach Möglichkeit um einen Hausbesuch bitten. Ein unruhiger Transport auf unebenen Straßen bedeutet bei einer schweren Gehirnerschütterung nicht nur Stress, sondern kann auch zum Tod führen.
Bei einem Schnabelbruch versuchen, das abgebrochene Teil zu finden, und dem Tierarzt
aushändigen. Je nachdem, wo der Schnabel gebrochen ist, kann ein Ankleben probiert werden.
Die Erfolgschancen sind allerdings gering. Notfalls muss auf die Handfütterung per Löffel oder
Futterspritze umgestellt werden, wenn der Vogel sogar eine pürierte Nahrung nicht alleine
aufnehmen kann. Bei Knochenbrüchen sollte die fachmännische Behandlung innerhalb von 48 Stunden erfolgen, da sonst der Bruch nicht mehr heilen wird.
Es wird häufig empfohlen, ein gebrochenes Bein zu fixieren. Nun wird man als Laie dabei
allerdings eher Schaden anrichten. Deshalb besser darauf verzichten und sofort zum Tierarzt.
Auch bei einem gebrochenen Flügel (u. a. erkennbar am Herabhängen eines Flügels) sollte
sofort der Tierarzt aufgesucht werden.
Damit sich der Vogel beim Transport durch wildes Herumflattern nicht noch mehr verletzt,
sollten die Flügelspitzen mit Klebeband miteinander verbunden werden. Damit stützt der
gesunde Flügel den verletzten. So ein Klebeband ist auch problemlos wieder zu entfernen.


Etwas aufwändiger und nur mit einer zweiten Person machbar wäre auch folgende Möglichkeit:
Den Flügel vorsichtig wieder an anatomisch richtiger Stelle anlegen. Mit einer  Mullbinde beide Flügel fixieren. Dabei die Binde über Kreuz von den Flügeln zwischen die Beinchen hindurch wickeln. Die Kloake muss natürlich frei bleiben. Die Mullbinde dann vorsichtig am Rücken verknoten und darauf achten, dass der Vogel ohne Probleme atmen kann. Nun zum Tierarzt. Auf Platzwunden einen Blutstiller (Alaunstift, blutstillende Watte oder besser eine in Eisen-IIIChlorid-Lösung getränkte Kompresse) eine gute Minute leicht andrücken. Bei tieferen Wunden den Vogel auch dann vom Tierarzt begutachten lassen, wenn die Blutung bereits gestoppt ist. Eventuell muss die Wunde genäht werden.
Eine abgebrochene oder ausgerissene Feder kann, wenn es sich z.B. um eine Schwungoder
Schwanzfeder handelt, recht starke Blutungen verursachen. Die Blutung versuchen zu
stillen (z. B. mit einem in Eisen-III-Chlorid-Lösung getränkten Wattepad). Den Vogel im Auge
behalten und darauf achten, dass er nicht an der Wunde pickt.
Auch bei einer verletzten oder ausgerissenen Kralle muss versucht werden, die Blutung mit
einem blutstillenden Mittel zu stoppen. Unbedingt beobachten, ob die Blutung nach wenigen
Minuten auch tatsächlich zum Stillstand gekommen ist.
Ist die Kralle nur leicht verletzt, so kann die Blutung auch mit Kernseife gestillt werden, indem
die Krallenspitze leicht über die Seife gezogen oder vorsichtig in die weiche Seife gedrückt wird.
Die anhaftenden Seifenreste verschließen dann die Wunde wie ein Pfropf.
Bei kleinen Vögeln freilich lässt sich unter Umständen die Kralle oder der Zeh nicht so einfach
fixieren. Hier könnte man alternativ aus einer Pipette einen Tropfen Eisen-III-Chlorid-Lösung
aufträufeln.
Zur Unterstützung des Mineralhaushaltes bei Flüssigkeitsverlust oder auch nach starken
Blutungen kann kurzfristig eine Elektrolytlösung zugeführt werden, wie z. B. Elotrans (das
Pulver wird in 200 ml Wasser aufgelöst und zum Trinkwasser gegeben). Der Vogel wird in der
Regel instinktiv mehr trinken.
Bei Vergiftungen können wir nichts weiter tun, als das Tier umgehend zum Tierarzt zu bringen.
Haben wir einen Verdacht, wodurch die Vergiftung entstanden sein könnte, dann dem Tierarzt
detaillierte Angaben darüber machen. Nach Möglichkeit Kotproben aufsammeln (Papiertücher
in den Transportkäfig legen) oder das eventuell Erbrochene mitnehmen.
Bleibt uns nur zu hoffen, dass keiner dieser Fälle jemals eintreten wird. Zumindest können wir
durch Beseitigen der Unfallquellen sowie durch eine artgerechte Haltung die Chancen auf eine
lebenslange Gesundheit unserer Vögel deutlich erhöhen.


Muss ich mit dem Vogel zum Tierarzt? Im Zweifelsfalle JA!
Ihrem Vogel zuliebe suchen Sie bitte einen vogelkundigen Tierarzt auf!
Anschriften finden Sie im Internet unter http://www.vogel-faq.de


Quelle: www. Vogelkauf.info
 

Ein Artikel des Tierärzteverbandes

Von Stubenvögeln und ihren Bedürfnissen

Mehr als neun Millionen Ziervögel werden in Deutschland als Heimtiere gehalten - leider oft fernab ihrer biologischen Bedürfnisse. Ob Zierfink, Kanarienvogel, Wellensittich oder Papagei, ein Grundbedürfnis haben sie alle: das Zusammenleben mit einem Sozialpartner. Viele ihrer Verhaltensweisen dienen der sozialen Kontaktpflege untereinander und werden im natürlichen Lebensraum innerhalb eines Familienverbandes oder Schwarmes, bei Papageien auch zwischen den gegen geschlechtlichen Lebenspartnern gepflegt. Dazu gehört der Balzgesang des Kanarienvogels ebenso wie das werbende Füttern des Wellensittichs oder die Imitationskünste des Graupapageis.

Nach wie vor werden Stubenvögel überwiegend einzeln gehalten und müssen auf einen artentsprechenden Sozialpartner verzichten. Der Mensch wird zum Ersatzpartner und zieht aus dieser Rolle vermeintliche Vorteile. Der einzeln gehaltene Kanarienvogel singt öfter, der Sittich wird leichter fingerzahm, der Papagei anhänglicher und unterhaltsamer.

Tierärzte wissen, wie schnell sich diese Haltungsform ins Gegenteil verkehren kann, denn so mancher Vogel gibt sich mit dem Ersatzpartner Mensch nicht zufrieden.

Die einsamen Tiere werden seelisch und physisch krank. Besonders drastisch zeigt sich dies bei Sittichen und Papageien, die in ihrer Not aus dem Bedürfnis nach gegenseitiger Gefiederpflege einen Akt der Selbstzerstörung machen. Meist nach Erreichen der Geschlechtsreife (bei Papageien im Alter von drei bis acht Jahren) beginnen die Tiere ihr Gefieder zu benagen, sich zum Teil nackt zu rupfen oder sich tiefe, blutende Wunden zuzufügen. Nur das intakte Kopfgefieder zeugt dann noch von der einstigen Pracht. Dem Verlust der wärmenden Federisolierung folgen nicht selten hartnäckige Atemwegsinfektionen.


Auch die Fettsucht vieler Stubenvögel ist häufig eine Folge von Vereinsamung. Die Isolationshaltung, meist gepaart mit einem Mangel an Bewegungsfreiraum, optischen und akustischen Reizen läßt die Futteraufnahme zur einzigen Beschäftigungsmöglichkeit werden. Wer könnte es den Tieren verdenken, dass sie unter solchen Haltungsbedingungen mehr Futter aufnehmen, als ihrer Konstitution zuträglich ist? Sie werden träge, bald auch flugunfähig und haben eine verkürzte Lebenserwartung.

Mit Spiegel und Plastikspielzeug soll dem einzeln gehaltenen Wellensittich die Langeweile vertrieben werden. Das emsige Treiben mit diesen Gegenständen ist oft nicht mehr als aggressives Balzverhalten und gerät für den männlichen Wellensittich zum Dauerstress. Unermüdlich erbricht er Futterkörner vor diesen Utensilien, das werbende Füttern wird zur Manie.

Natürlich muss der Tierarzt für alle diese Symptome auch organische Erkrankungen in Betracht ziehen und durch sorgfältige Untersuchung ausschließen. In vielen Fällen jedoch bewahrheitet sich die Verdachtsdiagnose einer Haltungspsychose. Bei solchen Patienten müssen zusätzlich zur medizinischen Versorgung die Haltungsbedingungen nachhaltig verbessert werden. Neben der optimalen Ernährung gehört dazu ein ausreichend großer Käfig, in dem zumindest eine Flugbewegung möglich ist. Der Standort muss lärm- und zugfrei sein, aber Familienanschluss bieten. Kletter-, Nage - und Spieltrieb können durch Obstbaumzweige und ein wechselndes Angebot an sinnvollem Spielzeug gefördert werden. Eine Bademöglichkeit oder eine Dusche mit der Blumenspritze darf nicht fehlen. Ein bis zwei Stunden am Tag muss ein Vogel frei fliegen dürfen. Besonders wichtig ist die Einrichtung einer täglichen Sozialstunde, in der sich der Besitzer durch Ansprache und Körperkontakt intensiv mit seinem gefiederten Pflegling beschäftigt.

Trotz all dieser Bemühungen stellt sich nicht bei jedem Patienten die angestrebte Verhaltensnormalisierung ein. Dann muss ein geeigneter artentsprechender Lebenspartner gefunden werden. Im Falle von Papageien ist dies besonders schwierig, denn für eine Partnerschaft, die lebenslang halten soll, wird längst nicht jeder Artgenosse akzeptiert. Oft kann nur in großen Flugvolieren mit Ausweich- und Auswahlmöglichkeit eine erfolgreiche nachträgliche Verpaarung ermöglicht werden.

Vogelliebhaber, die von vornherein die Weichen für ein erfülltes, natürliches Miteinander stellen wollen, sollten bereits bei der Anschaffung zwei Tiere einplanen.